Bereits zu Beginn des Jahres setzte die FMH gemeinsam mit weiteren Berufsverbänden ein starkes Zeichen gegen den zunehmenden Fachkräftemangel. Erstmals traten fünf Organisationen der universitären Medizinalberufe gemeinsam auf den Bundesplatz und formulierten konkrete Forderungen zur Sicherung der Versorgung. Im Zentrum standen insbesondere der Ausbau von Ausbildungsplätzen, bessere Arbeitsbedingungen sowie eine gezielte Entlastung durch Digitalisierung.
Dieselben Herausforderungen spiegeln sich auch in der aktuellen Ärztestatistik wider: Mit über 42 000 berufstätigen Ärztinnen und Ärzten wächst die Ärzteschaft weiter, gleichzeitig bleibt die Abhängigkeit vom Ausland mit über 40 Prozent hoch. Weiter zeigt die Statistik den steigenden Frauenanteil sowie die Tendenz zu weniger Einzelpraxen und mehr Teilzeitarbeit.
Stärkung der ambulanten Versorgung
Ein zentraler Hebel zur Sicherung der ambulanten Versorgung liegt auch in der Stärkung der nicht ärztlichen Gesundheitsberufe. Die Totalrevision der MPA-Ausbildung markiert hier einen wichtigen Schritt. Das Ziel ist eine praxisnahe, kompetenzorientierte Ausbildung, die den veränderten Anforderungen im Praxisalltag gerecht wird und langfristig zur Stabilisierung der Grundversorgung beiträgt.
Parallel dazu gewann die Digitalisierung weiter an Bedeutung. Das «Swiss eHealth-Barometer 2025» zeigt, dass, während digitale Anwendungen zunehmend akzeptiert werden, das Vertrauen und der Datenschutz zentrale Voraussetzungen bleiben. Die hohe Bereitschaft der Bevölkerung, Ärztinnen und Ärzten Zugang zu Gesundheitsdaten zu gewähren, unterstreicht die Schlüsselrolle der Ärzteschaft im digitalen Transformationsprozess.
Tarifrevision als struktureller Meilenstein
Ein Meilenstein des Jahres war die Weiterentwicklung der ambulanten Tarifstruktur. Mit der Einführung von TARDOC und von Ambulanten Pauschalen per 2026 wird der veraltete TARMED abgelöst. Ziel ist eine sachgerechte, transparente und lernfähige Tarifstruktur, die Fehlanreize reduziert und die Grundversorgung stärkt. Grundlegende Anpassungen wurden bereits im Verlauf des Jahres gemeinsam von den Tarifpartnern erarbeitet und vom Bundesrat genehmigt, ein Beispiel für funktionierende Tarifpartnerschaft.
Auch die ärztliche Weiterbildung stand im Fokus. Der internationale Austausch im deutschsprachigen Raum betonte die Bedeutung von Qualität, evidenzbasierter Ausbildung und kontinuierlicher Anpassung an technologische Entwicklungen, insbesondere im Kontext der künstlichen Intelligenz.
Im Bereich Qualitätssicherung wurden mit den ersten gesamtschweizerischen Qualitätsverträgen im ambulanten Bereich neue Standards gesetzt. Diese schaffen eine verbindliche Grundlage für systematische Qualitätsentwicklung und fördern eine gelebte Lernkultur in den Praxen.
Gesundheitspolitische Impulse
Auch gesundheitspolitisch wurden wichtige Impulse gesetzt. Das Ja zur e-ID schafft eine zentrale Voraussetzung für eine sichere und effiziente digitale Kommunikation im Gesundheitswesen. Gleichzeitig zeigte der runde Tisch zur Kostendämpfung, dass nachhaltige Lösungen nur im Dialog aller Akteure möglich sind.
Nicht zuletzt verdeutlicht die jährliche Befragung der Ärzteschaft ein ambivalentes Bild. Die Berufszufriedenheit bleibt hoch, gleichzeitig stellt die zunehmende administrative Belastung eine zentrale Herausforderung dar. Der Bedarf an Entlastung, insbesondere durch effizientere Prozesse und IT-Lösungen, ist evident.
Mit dem Relaunch der «Schweizerischen Ärztezeitung» säz stärkt die FMH zudem die standespolitische Stimme der Ärzteschaft und schafft eine moderne Plattform für fachlichen Austausch und Orientierung.
Die Meilensteine des Jahres 2025 zeigen ein Gesundheitswesen im Spannungsfeld zwischen steigenden Anforderungen und notwendiger Transformation bei knappen Ressourcen. Die FMH hat in zentralen Bereichen, von der Tarifrevision über die Digitalisierung bis hin zur Qualitätssicherung, entscheidende Impulse gesetzt. Gleichzeitig bleibt klar, dass die langfristige Sicherstellung der medizinischen Versorgung weiterhin konsequente Massnahmen erfordert. Es braucht interprofessionelle Zusammenarbeit und Rahmenbedingungen, die es Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, sich auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren, nämlich die bestmögliche Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten.