Als im Sommer 2024 der Verlag der SÄZ in den Konkurs schlitterte, reagierte die FMH sofort. Zweiwöchentlich publizierten wir eine neue, digitale SÄZ [1]. Nun endet diese rein digitale Übergangsphase, das «gelbe Heft» ist zurück!
An dieser neuen SÄZ haben wir während des letzten Jahres intensiv gearbeitet, dabei aber Elemente erhalten, die Sie geschätzt haben – und dies war glücklicherweise vieles! Unsere um den Jahreswechsel durchgeführte Umfrage zeigte, dass drei von vier Lesern und Leserinnen mit der alten SÄZ zufrieden waren und darin die wichtigsten Themen abgedeckt sahen.
Breites Spektrum
Obwohl die SÄZ von Ärztinnen und Ärzten sämtlicher fachärztlicher Disziplinen, Sektoren, Regionen und Generationen gelesen wird, zeigte unsere Befragung eindeutig eine gemeinsame Erwartung: Der Wunsch nach Aktualität und Wissen bezüglich politischer und medizinischer Themen, aber auch praktische Informationen zur Berufsausübung sowie Weiter- und Fortbildung. Gleichzeitig soll der Lesestoff jedoch im ärztlichen Alltag zu bewältigen sein, weshalb viele Befragte eine tiefere Erscheinungsfrequenz wünschten. Fortan werden wir die SÄZ darum monatlich publizieren – und jeweils ein Schwerpunktthema in den Vordergrund stellen.
Revision der ambulanten Tarife
Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe – die Revision der ambulanten Tarife – weist viele Parallelen zur neuen SÄZ auf: Auch hier gilt es, einer sehr heterogenen Ärzteschaft gerecht zu werden, auch hier gibt es aber eine klare gemeinsame Erwartung aller Ärztinnen und Ärzte: Sachgerechtigkeit. Auch hier entstand im Sommer 2024 eine herausfordernde Situation, als die Bundesrätin die Teilgenehmigung von TARDOC und ambulanten Pauschalen verkündete. Damit hatte die Politik teilweise grotesk fehlerhafte Pauschalen fixiert – und Sachgerechtigkeit war nicht mehr vollständig herstellbar [1].
Verbesserungen notwendig
Wenn Sie demnächst einen teilweise fehlerhaften Tarif anwenden müssen, fragen Sie sich vermutlich, warum die FMH dieses Tarifwerk trotzdem im November 2024 offiziell miteingereicht hat. Die Antwort ist einfach: Dies war der einzige Weg, diesen Tarif noch verbessern zu können. Andernfalls wäre der bereits teilgenehmigte fehlerhafte Tarif als Amtstarif verfügt worden [1], und den Tarifpartnern wäre kein Spielraum zur Verbesserung mehr geblieben. Unser Ziel ist nun, als Tarifpartner möglichst schnell möglichst viel zu verbessern – so wie wir es in der Begleitvereinbarung im November 2024 vertraglich festgehalten haben.
Start beim Tarif – Ende beim Globalbudget?
Es liegen also grosse Herausforderungen hinter uns – und noch grössere vor uns. Ab Januar 2026 müssen über 20 000 Ärztinnen und Ärzte den neuen Tarif anwenden und benötigen dafür viele Informationen. Die FMH muss jedoch nicht nur die Einführung intensiv begleiten, sondern gleichzeitig auch unter Hochdruck an Verbesserungen arbeiten. So bringt sie beispielsweise mit hoher tariftechnischer Expertise die Anliegen von 45 Fachgesellschaften in die Tariforganisation OAAT ein. Parallel dazu stellen sich enorme politische Herausforderungen: Das vom Bundesrat im April 2025 ohne gesetzliche Grundlage mit dem neuen Tarif verknüpfte Globalbudget muss dringend wieder aufgehoben werden [1, 2]. Damit all dies gelingt, müssen unsere Mitglieder, aber auch die Politik, die Situation und ihre Hintergründe gut verstehen. Die neue SÄZ bildet darum eine wichtige Basis für unseren Erfolg – und ich wünsche eine anregende Lektüre!
Literatur